Modul 12: Do's und Don't im C2C-Produktdesign

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Do's und Don't im C2C-Produktdesign

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Die C2C-Brille wieder aufsetzen

An dieser Stelle habt ihr schon einige Ideen entwickelt und darauf geachtet, dass sie zu den Wünschen und Bedürfnissen eurer Person passen. Bevor ihr an einem Prototyp bastelt, solltet ihr euch nochmal die Frage stellen: Wie cradelig sind diese Ideen denn schon?
Nachhaltig heißt noch lange nicht Cradle to Cradle - und als innovative Produktentwickler*innen habt ihr jetzt die Chance, Dinge wirklich anders und kreislauffähig zu machen! Dafür findet ihr hier einige DOs und DON'Ts.
Aufgabe:
10 min
Achtung, “Upcycling”!
Diese Materialien enthalten häufig Stoffe wie Weichmacher, die gesundheitsschädlich sein können und nie dafür gemacht wurden, als Teile von Kleidung oder Taschen am Körper getragen zu werden. Außerdem ist der Abrieb von Produkten aus solchen Materialien nicht für die Biosphäre geeignet und kann in der Natur Schaden anrichten.
Plastik wird in der Regel aus Rohöl hergestellt. Öle und Fette funktionieren wie Magnete, sie ziehen Schadstoffe wie z. B. Pestizide an. Das gilt auch für Plastikteile, die im Meer schwimmen. Sie danach als Kleidung auf der Haut zu tragen, ist also nicht klug und eventuell gesundheitsgefährdend.
C2C ist kein Ansatz, um bereits existierende schädliche Materialien in neuen Produkten weiterzuverwenden. Vielmehr geht es darum, von vornherein nur geeignete und gesunde Materialien auszusuchen und zu verwenden. Es geht ja um Kreislaufführung und wenn wir schädliche Stoffe immer wieder im Kreis führen, haben wir nichts gewonnen.
Bitte kein Greenwashing!
Vermeidet schwammige Begriffe wie “nachhaltig”, “grün”, “natürlich”, sondern benennt die Eigenschaften genauer, wie z.B. “materialgesund”, “kreislauffähig”, “recyclebar”, “im Gartenkompost abbaubar”, etc.
Alle Produkteigenschaften sollten den C2C-Kriterien entsprechen. So sollte z.B. nicht nur die Verpackung recyclebar sein, sondern alles an eurem Produkt sollte für Kreisläufe geeignet sein. Wenn z.B. 84% des Produkts biologisch abbaubar sind und über die restlichen Anteile nichts gesagt wird, ist das irreführend für Konsument*innen.
Das Wort heißt: "Modular"
Komplexe Produkte aus verschiedenen Materialien sollten modular, also aus verschiedenen Bausteinen zusammengebaut sein. Das bedeutet, dass einzelne Teile problemlos losgelöst und von den anderen Bestandteilen getrennt werden können. Sie sind also nicht verklebt oder anderweitig so verarbeitet, dass sie nur mit Rückständen anderer Teile abgetrennt werden können.
Dies bewirkt, dass einzelne Teile ausgetauscht, repariert, erneuert oder im richtigen Kreislauf recycelt werden können. Sind verschiedene Materialien miteinander verklebt, wie z. B. bei einem TetraPak, können diese für ein Recycling nicht voneinander getrennt werden. Das führt dazu, dass das gesamte Produkt meist verbrannt wird.
Gut = nicht nur biologisch abbaubar
Nicht jedes Produkt muss für die Biosphäre designt sein und nicht alle verwendeten Materialien müssen biologisch abbaubar sein. Oft denken wir, dass ein richtig nachhaltiges oder “grünes” Produkt biologisch abbaubar sein muss. NEIN, es kann auch in technischen Kreisläufen recycelt werden (z.B. Metall oder Glas). Dann muss das Produkt jedoch so designt/verbaut/verwendet werden, dass man das enthaltene Material gut trennen und in den richtigen Recyclingprozess führen kann. Plastik z. B. ist auch kein “schlechtes” Material.
Nur, wenn es für das falsche Nutzungsszenario verwendet wird und dann z. B. in der Natur landet, hat es schädliche Auswirkungen. In einem Produkt, das in einem geschlossenen Kreislauf aus Plastik wieder etwas Neues aus Plastik macht, kann es durchaus praktisch und funktional sein.